Jinju
– Jinju Namgang Yudeung Festival-

 

Nachdem ich Gyeongju schweren Herzens hinter mir gelassen hatte, wurde Busan zu meiner neuen Station. Busan liegt ca. 1,5- Stunden von Gyeongju entfernt und lässt sich bequem mit den stündlich fahrenden Reisebussen von Intercity Bus Terminal erreichen. Eine Fahrt kostet 5.000Won.

Von Busan aus, habe ich mehrere umliegende Orte besucht. Heute möchte ich euch von einem sehr eindrucksvollen, leider viel zu kurzen Tag erzählen,  Jinju.

Wer im Oktober nach Süd-Korea fährt, sollte unbedingt in der ersten Oktoberwoche nach Jinju fahren. Dort findet jedes Jahr das „Jinju Namgang Lantern Festival“  (Jinju Namgang Yudeung Festival) statt. Natürlich wollte ich mir das auch unbedingt ansehen und plante einen Tagesausflug nach Jinju.

„Busan Seobu Bus Terminal (Süden)“ zum „Intercity Bus Terminal Jinju“

  • alle Stunde
  • Fahrzeit 1,5 h
  • Kosten 7,800 Won
  • Es wird durchgefahren, es gibt keine Pause während der Fahrt.

Tipp: Am besten sagt ihr dem Fahrer, dass ihr zum Busterminal wollt, denn er hält in Jinju an mehreren Haltestelle. Das erspart euch den Stress, zu hoffen an der richtigen Haltestelle auszusteigen.  

„Intercity Bus Terminal Jinju“ zum „Busan Seobu Bus Terminal (Süden)“

  • alle 30 Min.
  • Fahrzeit 1,5 h
  • Kosten 7,800 Won
  • Es wird durchgefahren, es gibt keine Pause während der Fahrt.

 

Kurze Info zu Jinju:

Die Geschichte dieser Stadt reicht bis zur Zeit der „Drei Königreiche“.  Bekannt wurde sie allerdings  erst während der Imjin-Kriege, als die Stadt 1592 mit 3800 Mann eine Belagerung von 20.000 Japanern standhielt und schließlich 1593 von 90.000 Japanern eingenommen wurde.
1862 wurde sie zum Mittelpunkt eines Bauernaufstandes.
1895 wurde Jinju zur Hauptstadt der Provinz Gyeongsangnam-do ernannt, trat diese Ehre jedoch 1925 an Busan ab.

Jinju

 

Der erste Eindruck im Busterminal  von Jinju (Perle) und seinen kleinen Busbahnhof täuscht. Die kleine Stadt mit etwa 400.000 Einwohnern macht ihrem Namen alle Ehre.
Am Busbahnhof könnt ihr euch an den Ständen noch mit Getränken und Essen versorgen. Außerdem gibt es dort Toiletten (bei dem ihr das Toilettenpapier von draußen mit in die Kabinen nehmen müsst) und zu Festivalzeiten auch eine Touristeninformation. Dort gibt es teilweise Prospekte in Englisch, Chinesisch und Japanisch.

Verlasst ihr das Busterminal auf der Straßenseite, haltet euch links (Flussseite rechts halten). Nur 500 Meter weiter kommt ihr zur Hauptattraktion dieser Stadt – die Festung  Jinjuseong.

Ich hatte wieder mal Glück, eigentlich wollte ich „nur“ das Laternenfestival sehen, hatte aber zeitlich auch das K-Dramafestival erwischt. Dieses befindet sich direkt neben dem Bereich des „Laternenfestivals“ am Namgang (Südfluss). Natürlich habe mich auch dort gleich einmal umgesehen. Da ich noch recht früh war, war es sehr leer.  Wer gerne neben einem Star aus Pappe stehen möchte, um ein Foto zu machen oder auf dem roten Teppich laufen möchte, ist dort richtig. Außerdem stand dort eine Wahl zum besten Schauspieler der Session statt. (Natürlich habe ich gleich „Park Bo Gum“ gewählt, da er für mich dieses Jahr wirklich herausragend gut war.) Einige nachgemachte Filmkulissen für ein Selfie waren auch dabei, darunter von „Dots“ und „Bridal Mask“.

K-Dramafestival
K-Dramafestival

Eintritt: kostenlos  (Die Brücke zur andere Seite des Flusses kostet 1000 Won)
Öffnungszeiten: Rund um die Uhr begehbar, die Stände machen aber erst am frühen Abend auf.
Getränke und Essen sind an den dortigen Ständen zu erstehen.
Toilettenwagen vorhanden. (sehr sauber)

 
Kurzinfo zu Jinjuseong:

Von den vielen zerstörten und nur bruchstückhaft erhaltenen Festungen, bildet die Festung in Jinju eine rühmliche Ausnahme. Schon zur Zeit der „Drei Königreiche“ wurde die Festung erwähnt, 1379 massiv befestigt und 1593 zerstört und anschließend nach und nach wieder aufgebaut. Die Festung liegt direkt am Namgang (Südfluss) und bietet einen wunderschönen Ausblick. Zwischen 1969-1984 wurde die Festung komplett restauriert.

 

Jinjuseong
Jinjuseong

 

Geht ihr durch das Tor, werdet ihr von weiten schon das Hauptgebäude sehen.  Es wirkt auf dem Bild nicht sonderlich groß, ist aber tatsächlich größer als es scheint, deswegen gibt es auch drei Treppen hinauf. Hier war früher die Komandozentrale dieser Festung. Wenn ihr die Schuhe auszieht, darf man dieses Pavillon betreten. Man hat dort einen sehr schönen Ausblick auf dem Fluss – trategisch damals natürlich sehr wichtig.

 

Hauptgebaeude
Hauptgebaeude
Ausblick
Ausblick

Hinter dem Gebäude zur Flussseite führt eine versteckte Treppe zu einem weiteren kleinen besonderen Teil dieser Festung – einen ins Wasser ragenden Felsen. Sagen und Volksmärchen finde ich immer sehr interessant und auch zu dieser Festung gibt es eine Sage.

Nongae Schrein beim Felsen
Nongae Schrein beim Felsen

Der Volksmund besagt, dass die Japaner in den Resten der Burg ihren Sieg während des Imjin-Krieges feierten. Die wunderschöne Gisaeng Nongae umgarnte einen der japanischen Generäle und führte ihn zu diesen Felsen. Sie sprang in die Fluten des Flusses und zog den General mit sich. Beide ertranken. Noch heute wird diese Frau als Heldin geehrt und auf dem gleichnamigen Festival gefeiert.  Ihr zu Ehren stehen ein Schrein am Felsen und ein Schrein mit ihrem Bild in der Festung.

Giseang Nongae

 

Parade - Jinjuseong
Parade – Jinjuseong

Das Fest beginnt mit einem Umzug. Leider war mir das zuerst gar nicht bewusst, dass das Spektakel in der Festung der Beginn des Umzuges war, der durch die ganze Stadt zog. Wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre ich dem Ganzen mal neugierig gefolgt. So schaute ich mich jedoch erst mal bei Tageslicht in der Burg um und bekam den Rest des Zuges auf der Straße neben der Festung mit.

Parade
Parade

 

Parade - Nordseite
Parade – Nordseite

 

Parade Kinder
Parade Kinder

Anschließend sah ich mir das relativ große Festgelände an. Um den Fluss auf dem Gelände überqueren zu können, sind extra schwimmende Brücken aufgebaut worden. Über die wackelnden und vollen Plastikboxen zu gehen ist allemal ein Erlebens.

Jinjuseong Fest
Jinjuseong Fest
General
General Kim Si Min

Kurzinfo zu General Kim Si Min:

General Kim Si Min ist einer, der sehr verehrten Kriegsveteranen in Jinju. Geboren in Angdong, führte er seine Truppen während der Imjin-Kriege 1592 in Jinju zum Sieg. Er übernahm den Posten des Magistrats, als dieser während der langen Belagerung an einer Krankheit verstarb und übernahm die Führung. Mit 3800 Mann hielt er die Festung gegen 20.000 Japaner und starb dabei durch einen Kopfschuß. Nach seinem Tod ehrte man ihn für seine Treue und Loyalität mit dem Namen Chungmu (bedeutet Loyalität und Heldenmut).

 

Mauer
Mauer

Gegen Abend wurde es voller und das nicht zu knapp. Eine unglaubliche und schöne Atmosphäre beginnt am Fluss mit der Abenddämmerung.

 

Sonnenuntergang
Sonnenuntergang

Die Laternen und Lampen, die auf und um dem Fluss und innerhalb der Burg aufgestellt wurden fangen an zu leuchten und bieten einen ganz tollen Anblick. Die Laternen auf dem Fluss sollen Geschichten, Länder und wichtige Sehenswürdigkeiten darstellen. In der Burg wurde dieses Jahr eine Belagerung dargestellt. Ich schätze, dass es die Belagerung der Imjin-Kriege 1592/3 darstellen sollte.

 

Sturm auf die Festung
Sturm auf die Festung

 

Namgang
Namgang

 

Blick aus der Festung
Blick aus der Festung

 

Blick auf dem Namgang
Blick auf dem Namgang

 

Blick auf die Festung
Blick auf die Festung

 

Festung bei Nacht
Festung bei Nacht

 

Wunschlaternen
Wunschlaternen

Auf der anderen Flussseite gibt es einen Kilometerlangen Weg der voll mit Wunschlaternen, die man erstehen und aufhängen lassen kann. Diese Laternenalle wird auch nachts beleuchtet. Da die Nachtaufnahmen wegen der vielen Menschen nicht gut und unscharf geworden sind, gibt es „leider“ nur eine Tagaufnahme.

Außerdem gibt es noch verschiedene Events wie  kleine Lampions auf dem See schwimmen lassen kann, Bootstouren, mehrere Bühnen. Man kann auf diesem Fest niemals alles an einem Abend sehen.

Leider musste ich um 22 Uhr schon wieder zurück zum Bus, um die letzte U-Bahn in Busan zu bekommen und konnte mit nicht alle Bühnen sehen und dem tollen Event mit den schwimmenen Lampions nicht beiwohnen.  Dieses Festival ist wirklich atemberaubend schön. Ich muss gestehen, dass ich sogar etwas traurig war, allein dort gewesen zu sein.

Ich empfehle jedem an dieser Stelle, mehrere Tage für diese Stadt einzuplanen, denn auch außerhalb der Festung gibt es noch vieles in Jinju zu sehen. Ich hoffe, das bei meinem nächsten Besuch nachholen zu können.
Öffnungszeiten:  kann ich leider nicht genaues sagen, die meisten Events starten jedoch gegen 18 Uhr.
Kosten: 10.000 Won
Toiletten vorhanden
Reichlich Essen und Trinken
Souvenirs auf dem Festgelände habe ich nicht gefunden, aber außerhalb in der Insadongstraße sollen sehr viele Geschäfte sein.
Wie ihr sehen könnt, wechselt dort sehr schnell das Wetter. (^^)

Übrigens wurde die Sängerin und Schauspielerin Go Ara (zur Zeit in Hwarang zu sehen) in Jinju geboren.

Ich hoffe, euch hat Jinju genau so sehr gefallen, wie mir.
Lieben Gruß an alle

Nuri

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